Matternet darf Lieferdrohnen außer Sicht in Berlin betreiben

Drohnen von Matternet sollen in Berlin künftig Laborproben von Krankenhäusern in ein Zentrallabor fliegen. Das ist umweltfreundlicher als mit Fahrzeugen.

Der US-amerikanische Drohnen- und Zustellnetzentwickler Matternet hat vom Luftfahrt-Bundesamt (LBA) die Genehmigung erhalten, Matternet M2 Drohnen außerhalb der Sicht (BVLOS – Beyond Visual Line Of Sight) im Herzen von Berlin zu betreiben. Das geht aus einer Mitteilung von Matternet von Dienstag hervor. Matternet will nun das erste BVLOS-Drohnenzustellnetz in Berlin in Betrieb nehmen. Die Drohnen sollen Laborproben von Berliner Krankenhäusern zur Auswertung in ein Zentrallabor bringen.

Geplant ist, Europas größtes Krankenhauslabor, Labor Berlin, an die Krankenhäuser der Stadt anzubinden. Mehr als 30 Krankenhäuser mit über 24.000 Betten sollen so per Drohne an das Labor angeschlossen werden. Darunter fallen die Berliner Charité und Kliniken von Vivantes, dem größten kommunalen Krankenhauskonzern in Berlin.

Rund 6 Millionen Laborproben sollen so jährlich von den Krankenhäusern zum Labor Berlin transportiert werden. Das geschieht dann mit Drohnen auf dem Luftweg in der Stadt deutlich schneller als mit einem Fahrzeug am Boden. Matternet zielt dabei auf Notfalldiagnostik ab, will jedoch auch Notfall-Medikamente mit den Drohnen transportieren. Dadurch spare man sich insgesamt täglich rund 250.000 Fahrkilometer, die Fahrzeuge innerhalb der Stadt zurücklegen müssten. Die Lieferung per Drohne sei effizienter und durch die Verwendung von Drohnen mit Elektroantrieb emissionsfrei und damit umweltfreundlicher.

Der Betrieb soll sehr schnell aufgenommen werden. Matternet hat die dafür nötigen Vorbereitungen bereits getroffen. Der Betrieb soll bereits Anfang 2024 formell beginnen, schreibt Matternet. Es fehle nur noch die “Genehmigung auf Landesebene”.

Matternet ist, was die Einrichtung von Drohnenzustellnetzwerken angeht, kein Unbekannter. Das Unternehmen hat bereits Zulassungen der US-amerikanischen Luftfahrtbehörde FFA für BVLOS-Flüge erhalten. Das gleiche gilt für die Schweiz über das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL).

In beiden Ländern betreibt Matternet bereits seit einigen Jahren Netzen für den Transport von Laborproben per Drohne. Seit 2017 transportiert das Unternehmen Proben für das Ospedale Regionale di Lugano, das Universitätsspital Zürich und das Stadtspital Zürich. In den USA arbeitet Matternet seit 2019 mit dem Transportdienstleister UPS zusammen und liefert Proben für das Wakemed Health und Wake Forest Baptist Health aus.

(olb)

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